Westerstede Landkreis Ammerland
Sternsingen für Kinderrechte
wk – Die Sternsingerinnen und Sternsinger haben gemeinsam mit Pfarrer Alex Mathew sowie Gisela Hain das Kreishaus in Westerstede besucht, um ihren traditionellen Segen zu überbringen. Jelka Hermann – begleitet von Emma und Paul Seidel – übernahm dabei die Aufgabe, die Segensformel 20 * C + M + B + 26 („Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“) feierlich über der Eingangstür anzubringen.
Bei der Sternsingeraktion 2026 richtet sich der Blick nach Bangladesch. Trotz Fortschritten im Kampf gegen Kinderarbeit müssen in dem südasiatischen Land noch rund 1,8 Millionen Kinder und Jugendliche arbeiten, 1,1 Millionen von ihnen unter besonders gesundheitsschädlichen und ausbeuterischen Bedingungen. Mit den gesammelten Spenden unterstützen die Sternsingerinnen und Sternsinger Partnerorganisationen, die Kinder aus Arbeitsverhältnissen befreien und ihnen den Schulbesuch oder eine Ausbildung ermöglichen.
Ein Beispiel dafür ist die Abdur Rashid Khan Thakur Foundation (ARKTF), die in der Region Jessore in Westbangladesch tätig ist. Die Organisation befreit Kinder und Jugendliche aus gesundheitsgefährdender Arbeit, unterstützt ihre schulische Bildung oder berufliche Ausbildung und sensibilisiert Kinder, Eltern, Arbeitgeber, lokale Behörden und Regierungsmitarbeitende für die Rechte von Kindern.
Landrätin Karin Harms würdigte den Einsatz der Sternsingerinnen und Sternsinger ausdrücklich: „Auch wenn es vielen Kindern auf der Welt heute besser geht als früher, werden Kinderrechte noch immer viel zu oft verletzt. Millionen Kinder können nicht zur Schule gehen, müssen arbeiten oder haben nicht genug zu essen – das darf uns nicht gleichgültig lassen. Deshalb ist es so wichtig, dass ihr, liebe Sternsingerinnen und Sternsinger, darauf aufmerksam macht und mit euren Spenden konkrete Hilfe ermöglicht. Vielen Dank für euren Einsatz, eure Zeit und euren Mut – ihr zeigt, dass auch Kinder die Welt ein Stück gerechter machen können.“ Als Zeichen der Wertschätzung übergab sie den Sternsingerinnen und Sternsingern wie in jedem Jahr neben einer Spende eine kleine Wegzehrung.
Die Aktion Dreikönigssingen wurde erstmals 1959 organisiert und ist heute die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit. Die Sternsingerinnen und Sternsinger ziehen von Haus zu Haus, segnen Gebäude und sammeln Spenden für Hilfsprojekte in aller Welt. 2004 wurden sie mit dem Westfälischen Friedenspreis ausgezeichnet, 2015 wurde das Sternsingen in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Bei der 67. Aktion Dreikönigssingen 2025 kamen 48.060.189,51 Euro zusammen, beteiligt waren 7.328 Gemeinden und Einrichtungen. Seit Beginn der Aktion wurden insgesamt 1.408.384.644,14 Euro gesammelt. Mit diesen Spenden werden weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Kinderschutz und soziale Integration unterstützt.



