Kreissportbund Wesermarsch

Sportler sind Botschafter unserer Region

Der Kreissportbund Wesermarsch versteht sich als Dienstleister seiner 135 Mitgliedsvereine. Das betonte Vorsitzender Thorsten Böning aus Nordenham beim Kreissporttag in der Markthalle Rodenkirchen.

Neu beim Kreissporttag war, dass die Vorstandsmitglieder den 87 stimmberechtigten Delegierten und den Ehrengästen ihre Aufgabenfelder vorstellten und herausarbeiteten, wo der KSB wie die Vereine unterstützen kann. Stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer Peter Büsching-Czerny aus Brake zeigte sich geradezu „begeistert“ von dem vereinfachten Vereinsförderprogramm, das der Landessportbund (LSB) am Vortag in Hannover den KSB-Geschäftsführern vorgestellt hatte.

Die „Richtlinie für die Bereitstellung von Zuschüssen für lizenzierte Übungsleiter bei Vereinen“ ist so entschlackt worden, dass Büsching-Czerny meinte, „wenn es so kommt, sind wir weit ab von dem, was uns immer geärgert hat“. Zunächst soll das vereinfachte Verfahren im Stadtsportbund Hannover getestet werden. Verläuft die Testphase erfolgreich, soll der Test ab Oktober in allen Kreissportbünden fortgesetzt werden.

Der hauptberufliche Referent der Sportregion Ammerland/Oldenburg-Stadt/Wesermarsch, Hergen Fröhlich, empfahl den Vereinen das Studium der LSB-Sportförderrichtlinie, „ein graues Heft, das viel Farbe in den Verein bringen kann“. Fröhlich bedauerte, dass sich bisher nur wenige Vereine für das Seminar „Strategisches Ehrenamts- und Freiwilligenmanagement für Vorstandsteams“ angemeldet haben. Es findet am Freitag, 14. Juni, statt. Referentin der Veranstaltung von 17 bis 21 Uhr im Kommunikationszentrum des Kernkraftwerks Unterweser in Kleinensiel wird Sportwissenschaftlerin Ingela Bartsch vom LSB sein.

Ehrenamtliche KSB-Mitarbeiterin Lena Ennen-Hansing aus Tossens warb für die Vereinsberatung durch den LSB. Weil die Herausforderung für die Vereine nicht kleiner würden, sollten sie sich „fit und stark für die Zukunft machen“. Nach einer allgemeinen Bestandsaufnahme entwickelt ein zertifiziertes Beratungsteam gemeinsam mit dem Vereinsvorstand ein passgenaues Entwicklungskonzept, aus dem ein individuelles Angebot zur Weiterentwicklung des Vereins entsteht. Ziel sei es, auch den Führungskräften in Vereinen mehr Zeit auf dem Sportplatz und in der Halle zu verschaffen als am Schreibtisch.

„Wenn wir etwas wissen, müssen wir den Mund aufmachen“, forderte Vorsitzender Thorsten Böning, die Augen vor sexuellen Übergriffen in Sportvereinen nicht zu verschließen. In dem Zusammenhang bedauerte das für diesen Themenbereich zuständige KSB-Vorstandsmitglied Meike Günther aus Elsfleth, dass in den vergangenen vier Jahren nur vom Elsflether TB und vom TuS Schwei das Angebot zu Prävention, Intervention und Handlungskompetenz bei sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Anspruch genommen worden ist.

Ausfluss der Sportentwicklungsplanung, die der KSB für den gesamten Landkreis in Auftrag gegeben hatte, ist die Sportkooperation Ovelgönne/Jade. Der Vorsitzende des Oldenbroker TV, Jürgen Kikker, stellte dem Kreissporttag das vom Landessportbund geförderte Modellprojekt „Sportentwicklungsprozess in Ovelgönne“ vor. „Wir wollten nicht, dass die Bürgerinnen und Bürger nach Oldenburg ins Fitnessstudio fahren, sondern dass sie in unseren Vereinen bleiben“, beschrieb Kikker rückläufige Mitgliederzahlen als Ausgangslage zu neuen Wegen.

Ein Großverein Ovelgönne sei aber nicht in Frage gekommen, weil die Identität der beteiligten Vereine Mentzhauser TV, Großenmeerer TV,  Oldenbroker TV und Ovelgönner TV bewahrt werden sollte, betonte Jürgen Kikker. Deshalb entschied man sich für einen Sportverbund, der formal am 22. Mai 2018 mit einer Vertragsunterzeichnung besiegelt wurde. Eine Steuerungsgruppe füllt die Kooperation mit Leben, für die Kostenaufteilung wurde ein klares Regelwerk entwickelt.

Der Charme dieses Verbundes von vier Vereinen liegt darin, dass für einen Grundbeitrag in dem „Heimatverein“ und einen kleinen Aufschlag die vielfältigen Angebote aller Vereine in Anspruch genommen werden können. Ein gemeinsamer Übungsleiterpool und der gemeinsame Internetauftritt sind weiterer Ausdruck eine gelungenen Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg.

Vorsitzender Thorsten Böning verabschiedete den stellvertretenden Vorsitzenden Lutz Timmermann aus Burhave mit Blumen und einem Präsent. Böning bedauerte das mit starker Belastung durch weitere Ehrenämter begründete Ausscheiden Timmermanns nach acht Jahren als Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit.

Als Ehrengäste begrüßte Thorsten Böning Landrat Thomas Brückmann und Stadlands Bürgermeister Klaus Rübesamen. Brückmann betonte in seinem Grußwort, dass der Landkreis „den Sport immer im Fokus hat“. Der KSB hat 2018 einen Zuschuss vom Kreis in Höhe von 101.700 Euro erhalten. Die Sportwelt in der Wesermarsch sei noch in Ordnung, würdigte Brückmann das vielfältige ehrenamtliche Engagement.

Hausherr Klaus Rübesamen begrüßte die Delegierten in der „neu ausgestatteten Markthalle“ unter Hinweis auf neue Stühle und Tische. Erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler seien „Botschafter unserer Region“, nannte der Bürgermeister als Beispiel die Völkerballerinnen des AT Rodenkirchen, die die Deutsche Meisterschaft 2018 errungen haben. Dem KSB-Vorsitzenden überreichte Rübesamen eine Spende für die Jugendarbeit.
Lutz Timmermann