Westerstede Landkreis Ammerland

Wieder Erntekrone im Kreishaus

wk – Sie ist rund, etwa einen Meter hoch und 30 Kilogramm schwer, die Erntekrone, die auch in diesem Jahr von zehn Landfrauen vom Kreisverband und den Ortsvereinen Westerstede und Spohle an Landkreis Jörg Bensberg übergeben wurde. Das Ährengebinde, das in diesem Jahr auf dem Hof der Familie Thye in Westerstede gebunden wurde, ziert nun das Foyer des Kreishauses. Die Krone steht symbolisch für die Macht der Natur, die kreisrunde Basis für Ewigkeit ohne Anfang und Ende, die vier Streben symbolisieren Freude, Dank, Sorge und Hoffnung. „In diesem Jahr freue ich mich besonders über diese üppige Erntekrone, denn die Witterung hat unsere Landwirte erneut vor große Herausforderungen gestellt, und die Klimaexperten können auch für die kommenden Jahre keine Entwarnung geben. Ihre Prognose bleibt, dass Wetter- und Witterungsextreme zunehmen werden, was für Landwirtschaft und Gartenbau zunehmend größere Risiken bedeutet“, so Landrat Jörg Bensberg.

Damit war auch eines der Themen gesetzt, die zwischen den Landfrauen und dem Landrat im Rahmen einer gemeinsamen Teestunde besprochen wurden. Die diesjährige Ernte, die nur wenig besser ausgefallen ist als die Vorjahresernte nach der extremen Dürre 2018.

Die Landfrauen zeigten sich enttäuscht darüber, dass immer mehr Menschen mit wenig Achtung und großer Selbstverständlichkeit in Anspruch nehmen, was Landwirtinnen und Landwirte mit harter Arbeit auf den Tisch bringen. Es fehle nicht nur die Anerkennung, sondern darüber hinaus würde die Landwirtschaft zu Unrecht für vieles, vom globalen CO2-Ausstoß über zu hohe Nitratwerte im Grundwasser bis zum Artensterben, verantwortlich gemacht: „Auch wenn Landwirte offiziellen Umfragen nach immer noch ein vergleichsweise hohes Ansehen in der Bevölkerung genießen sollen, erleben wir den Ton uns und unseren Familien gegenüber als sich verschärfend“, bedauert Ingrid Janßen, die Vorsitzende des Kreislandfrauenverbandes Ammerland/Friesland Süd.

Dabei seien es gerade die bäuerlichen Familienbetriebe, die zum Erhalt der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Strukturen im ländlichen Raum beitrügen. Trotz dieser großen Herausforderungen waren sich alle Landfrauen darüber einig, dass ihr Leben und Arbeiten im ländlichen Raum noch immer etwas besonders Schönes und Erfüllendes sei.